Fahrprofis oder unfähige Schnarchlappen?

Ich sitze ja jetzt von früh bis spät im Auto und bekomme dort naturgemäß reichlich absurde Fahrtechnik vorgeführt. Damit meine ich nicht meine Fahrschüler sondern andere Teilnehmer des motorisierten Individualverkehrs.

Heute haben es wieder mal besonders die Fahrer des Lieferverkehrs auf die Auszeichnung „Arschloch der Woche“ abgesehen. Aus dem Posthof, aus dem Rewe-Parkplatz, aus Seitensträßchen über Bordsteine – nichts ist dem echten Vollbrot zu gefährlich, um Fahrzeugen im Querverkehr vor die Nase zu fahren.

Heute früh hatte ich drei Mal das Vergnügen, drei Mal harte Bremsung, drei Mal ausgebremst, jeweils ohne Hintermann – also hätte der jeweilige Vollspacken 3 Sekunden gewartet hätte er gefahrlos einfahren können.

Ich gehe mittlerweile fröhlich davon aus, dass eine nicht unbedeutende Teilmenge dieser „Fahrprofis“ besser als Nachtwächter oder Rasenmäher aufgehoben wären. Die Grundhaltung „Hauptsache ich muss nicht bremsen“ zieht sich allerdings quer durch die Reihen aller Verkehrsteilnehmer. Für andere mitdenken? Wo es nicht mal für die eigene Nasenspitze reicht? Aber dazu ein andermal mehr…

Deutschland kaputt

Deutschland kaputt (Artikel in der Süddeutschen)

„ausgerechnet in Deutschland, das für seine tempolimit-freien Autobahnen berühmt ist, bewegt sich in diesen Tagen häufig gar nichts mehr. Die Menschen stehen im Stau. In einem von 800, die sich täglich bilden“ schreibt Daniela Kuhr.

Liegt ja nun jetzt mal in meinem Berufsbereich. Und was ich da resigniert jeden Tag sehe: kilometerlange Baustellen, gerade *während* der Ferienzeit, besetzt mit 3 Arbeitern alle 500m, davon einer in Bewegung und 2 zusehend. Wenn ich mir da überlege, dass ich vor Jahren bei einem London-Kurzurlaub mitbekam, wie die gesamte Romford-Road (ca 16km lang) an einem Tag neu mit unterirdischen Wasserleitungen versehen wurde…